Essen gut und preiswert in Berlin Mitte

Essen gut und preiswert in Berlin Mitte – ein Reisebericht

(Juli 2014)

Während der Fußball-WM war ich fast 3 Wochen am Stück in Berlin und habe abends und nachts mit unseren Jungs beim Public und Privat Viewing mitgezittert und mich schließlich über die WM und den 4. Stern gefreut.

Da der Mensch ja nicht allein von Fußball lebt, war ich in den drei Wochen mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu meinen Lieblingsrestaurants / Bistros / Kneipen oder Schnellimbissen in meiner Nähe in Berlins Mitte unterwegs.

Dabei kam mir die Idee, meine kulinarischen Entdeckungen und Erfahrungen mit Euch – meinen treuen oder zufälligen Lesern – zu teilen.

Gesagt getan, ich war fast jeden Mittag und – sofern der Fußball es zuließ – auch abends in einem anderen Lokal, habe allein oder mit Freunden dort „Probe gegessen“ und die jeweilige Lokalität fotografiert. Das Ergebnis wo man gut essen kann findet Ihr nachfolgend in Wort und Bild.

Hier findet Ihr noch einen Stadtplan von Berlin

Da ich in der Nähe der S-Bahnhaltestelle Nordbahnhof wohne, habe ich nur Lokale ausgesucht, die nicht weiter als 15 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt sind, d.h. in dem Bereich der Invaliden-, Garten-, Tor-, Linien- und Augustrasse liegen – einige Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. Grundsätzlich stößt der Gast in diesem Geviert auf eine bunte und breite, vor allem aber internationale Mischung an Lokalen – vom Sternerestaurant bis zum Schnellimbiss. Man isst hier in der Regel gut und preiswert und hat sich auf eine jüngere und internationale Klientel eingestellt – eine bunte Mischung aus gebildeter Mittelschicht, Studenten, Touristen, Mitarbeitern der Ministerien, Parteien und vielfältigen politischen und wirtschaftlichen Interessengruppen, Selbständigen aus kreativen Berufen, IT-Nerds, Künstlern, Wissenschaftlern aus aller Herren Länder. Angesagte Promi- und Sternelokale habe ich weitgehend gemieden – sie finden sich auch eher um den Gendarmenmarkt, wo die Preise folgerichtig inzwischen normales Großstadtniveau erreicht haben. In meiner Ecke ist die Welt preislich noch weitgehend in Ordnung, was auch dem Kinderreichtum der jungen Familien entgegenkommt. Ein weiteres Berliner Phänomen ist es, dass beim ersten warmen Sonnenstrahl sofort Tische und Stühle vor die Lokale gestellt werden – was Berlins Mitte sofort ein mediterranes Ambiente verleiht.

Cafe Lenet, Berlin

Ich beginne mit dem Frühstück und singe das hohe Lied meines geliebten Cafe Lenet, Torstr.178. Die Zwillingsschwestern Hoppe sind gelernte Konditorinnen und verwöhnen den frühen und späteren Gast mit wunderbarem Backwerk und Herzhaftem – Brötchen, Hörnchen, viele leckere Kuchen, Suppen, Buletten etc. alles frisch und aus eigener Produktion!

Kostenlos ist die Freundlichkeit und liebevolle Gestaltung der Frühstücksteller – ein Muss!

 

Bäckerei des Restaurants Alpenstück, Berlin

Am Ruhetag des Cafes Lenet oder zur Abwechslung gehe ich nur ein paar Schritte weiter in die Bäckerei des Restaurants Alpenstück in der Schröderstr.1 / Ecke Gartenstr. Auch hier wird der Gast mit Hausgemachtem verwöhnt.

 

Restaurant Alpenstück, Berlin

Genau gegenüber in der Gartenstrasse 9 empfängt das inzwischen schon sehr bekannte Restaurant Alpenstück seine Gäste, die eine rustikale süddeutsche Küche mögen. Kennzeichen des Restaurants sind die dekorative Holzwand und Freundlichkeit des Personals, sowie das sehr angenehmes Ambiente.

Wir gehen zurück zur Torstr. und finden dort eine internationale Melange von sehr guten Restaurants.

 

Tucholsky, Berlin

Bleiben wir zunächst beim urdeutschen Tucholsky, Torstr.189, das einen wunderbaren Biergarten besitzt und alle Berliner Klassiker auf der Karte hat.

 

Yarok, Berlin

Nebenan in der Torstr.195, erfreut das Yarok mit syrischen Spezialitäten – ein sehr beliebter und preiswerter Schnellimbiss mit bester Qualität.

 

Toca Rouge, Berlin

Genau daneben in der Torstr.191 liegt das Toca Rouge, ein hervorragendes südchineschisches Restaurant, das von jungen Chinesen geführt wird und sich deutlich positiv von dem Einheitsbrei der klassischen chinesischen Restaurants abhebt.

 

Taiyo, Berlin

Ein paar Häuser weiter, in der Torstr.174, bietet das kleine vietnamesische Restaurant Taiyo  u.a. hervorragende Nudelsuppen, Phos, an, die wir in Hanoi  nicht besser gegessen haben.

 

 Petrocelli, Berlin

Wir wechseln wieder die Straßenseite und stehen in der Torstr.171 vor dem nächsten Italiener – Petrocelli hat hier kürzlich sein 5. Restaurant in Berlin und das erste in Mitte eröffnet. Sehr empfehlenswert ist das preiswerte Mittagsmenü, das sich der Gast aus den Vorspeisen und Hauptgängen der normalen Speisekarte für 12.-€ selbst zusammenstellen kann.

 

Bandol und „3 minutes sur mer“, Berlin

Ein paar Schritte weiter wird es französisch: das Bandol, Torstr.171, ist schon lange ein Geheimtipp für Gourmets, direkt daneben, in der Torstr.167, eröffnete das Bistro 3 minutes sur mer und ist inzwischen den ganzen Tag über ein beliebter Treffpunkt junger, frankophiler Gäste.

 

Katz Orange, Berlin

In der Bergstr.22 findet man in einem Hinterhof in malerischer Umgebung das Katz Orange (ehemals Maxwell), ein internationales Restaurant, mit Bar, das inzwischen im bunten Mitte-Völkchen viele Fans gewonnen hat, obwohl es im Vergleich zu den meisten bisher genannten  Restaurants relativ teuer  ist.

 

Trattoria Pizzeria Bocca Del Buon Gusto, Berlin

Um die Ecke, in der Invalidenstr.151, finden wir die Trattoria Pizzeria Bocca Del Buon Gusto, einen unserer Lieblingsitaliener, mit bezahlbarer traditioneller italienischer Küche, sehr guten Weinen und eigener Pastamanufaktur.

 

papa pane di sorrento, Berlin

Wir biegen in die Ackerstr. 23 ein und finden dort den in der ganzen Gegend bekanntesten Italiener, das papa pane di sorrento. Hier ist an 7 Tagen der Woche ganztags immer was los. Das papa pane ist wegen des guten Essen und der vernünftigen Preise sehr beliebt bei Familien mit Kindern, entsprechend laut und fröhlich geht es zu. Die Pizza des Tages ist ein Gedicht und stillt den Hunger von zwei Personen.

 

Alois Oberbacher, Berlin

Bayrisch geht es im Alois Oberbacher, um die Ecke in der Elisabethkirchstr.2 zu. Ein riesiger Grill ziert das Restaurant und versorgt die Gäste mit köstlichen, bayrischen Grillspezialitäten. Es geht zünftig zu, ist aber für hiesige Verhältnisse relativ teuer.

 

Hartweizen, Berlin

Zurück in der Torstr. stoßen wir dort unter der Nummer 96 auf das Hartweizen, einen weiteren empfehlenswerten Italiener mit schönem Ambiente und großer Weinkarte.

 

Die Auguststr. ist nicht nur eine der wichtigsten Galerienstraßen Berlins, hier haben sich inzwischen auch viele Restaurants angesiedelt. Ich möchte 3 Lokalitäten vorstellen.

 

Simon, Berlin

Simon, Augustr.53, bietet eine ehrliche, mediterrane, kroatisch geprägte Küche und  im größeren Außenbereich einen kostenlosen Blick auf die Flaneure in der Kunstszene.

 

Clärchens Ballhaus, Berlin

Clärchens Ballhaus, Augustr.24, ist seit Jahrzehnten Kult. Im Sommer bietet ein großer Biergarten Einheimischen und Touristen genügend Platz, um sich mit rustikalen Schmankerln vom Bummel durch Mitte zu stärken. Sonntagmittags und abends wird im Lokal mit großer Begeisterung getanzt, die 20er Jahre lassen grüßen

 

Pauly Saal, Berlin

In der endlich renovierten, ehemaligen  jüdischen Mädchenschule, Augustr.28, hat sich der Pauly Saal, neuerdings auch mit Biergarten im Hof, in der Berliner Promi-Szene einen guten Namen als Treffpunkt mit gehobener europäischer Küche gemacht. Angesichts des Promizulaufs sind Speisen und Getränke nicht ziemperlich kalkuliert. Im Haus befinden sich mit Mogg & Melzer ein koscheres Lokal, das ich noch nicht ausprobiert habe, und in den Obergeschossen zwei bekannte Galerien und das Museum über die Kennedys.

 

Schwarzwaldstuben, Berlin

In der Linienstr.48 geht es in den Schwarzwaldstuben dagegen wieder gemütlicher zu, hier wird in originellem Ambiente eine solide, süddeutsche Küche mit Rothaus Bier (Tannenzäpfle) oder badischem Wein serviert.

 

Sarah Wiener mit „Das Speisezimmer“, Berlin

Nicht fehlen darf bei meinen Empfehlungen Sarah Wiener mit „Das Speisezimmer“ in der Chausseestr.8, im 3. Hinterhof. Im malerischen Innenhof oder neu gestalteten Restaurant werden sehr geschmack- und fantasievolle Menüs angeboten, die der Gast nach Lust und Liebe mischen kann.

 

Hasir, Berlin

Nun zur türkische Essensvariante. Hier waren wir bisher immer bei Hasir in der Oranienburgerstr.4. Obwohl es sich bei diesem Restaurant um das Lokal einer Berliner Kette mit 6 türkischen Restaurants handelt, waren wir mit dem großen Angebot an warmen und kalten Vor- und Hauptspeisen immer zufrieden, Hasir bietet ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis.

Osmans Töchter, Berlin

Neuerdings haben wir allerdings eine sehr erfreuliche Alternative am Prenzlauer Berg gefunden. Osmans Töchter, in der Pappelallee 15, sind nicht nur alle Drei hübsch anzusehen, sondern bieten auch eine wunderbare, vielseitige und preiswerte Küche. Leider hat sich das so herumgesprochen, dass ohne Reservierung kaum ein Platz zu ergattern ist.

 

Zwei weitere Restaurants möchte ich zum Schluss noch erwähnen, die etwas außerhalb des anfangs definierten Gevierts liegen, aber immer einen Besuch wert sind.

 

Cookies Cream, Berlin

Zunächst Cookies Cream, eines der besten und vermutlich das originellste vegetarische Restaurant Berlins, in der Behrenstr. 55. In einem ehemaligen Bunker versteckt sich das Restaurant so zwischen der Komischen Oper und dem Westin Grand Hotel, dass es nur Eingeweihte auf Anhieb finden. Das Ambiente und die köstlichen Speisen entschädigen den Gast allerdings für die mühsame Suche.

 

 Mr.Vuong, Berlin

Zum Schluss erwähne ich den legendären Vietnamesen Mr.Vuong, in der Alten Schönhauserstrasse. Auch dort heißt es in den Hauptzeiten zusammenrücken – das Suppen- und Speisenangebot ist unglaublich schmackhaft und lecker, bei sehr angenehmen Preisen. Hier trifft sich nochmals die ganze Melange des bunten, internationalen Völkchens, das diesen Teil von Berlins Mitte bevölkert.

 

Klaus Weidner,            Berlin, Juli 2014

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Ein Reisebericht zu einer Städtereise nach Berlin. Hier erzähle ich Euch meine Erfahrungen über gutes und preiswertes Essen in Berlin
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