Golfreise ans Schwarze Meer, Bulgarien

Ein Reisebericht über eine Golfreise ans Schwarze Meer, Bulgarien

Thracian Golf Resort aus der Vogelperspektive

Thracian Cliffs, Golf & Beach Resort

1. Vorgeschichte

Auf der Reisemesse CMT in Stuttgart stieß ich auf einen kleinen Stand, auf den mich ein Panoramafoto eines spektakulären Golfplatzes über gewaltigen Meeresklippen aufmerksam machte. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass es sich um ein relativ neues Golfresort am Schwarzen Meer in Bulgarien handelt. Ausgestattet mit allerlei Prospektmaterial und freundlichen Empfehlungen fand ich ein paar Schritte weiter bei H&B Golfreisen ein konkretes Sonderangebot zu diesem Reiseziel mit der Überschrift „Das pure Golf-Adrenalin“.

Diesem günstigen Messeangebot „Direktflug Stuttgart – Varna und eine Woche im 5 Sterne Hotel mit Frühstück und 4 Greenfees auf dem Thracian Cliffs Golfplatz“ konnte ich nicht widerstehen und so stürzten wir uns vom 20.-27.5.2018 in dieses Golfabenteuer in einem Land, das bisher nicht auf unserer golferischen Weltkarte existierte.

 

2. Das Golfressort

Unser bulgarisches Golfabenteuer begann am Flughafen Varna damit, dass wir vergebens auf unseren Transferbus warteten und schon etwas verzweifelt überlegten, uns selbst ein Auto zu mieten. Glücklicherweise nahm sich ein freundlicher Busfahrer des Nachbargolfclubs „Lighthouse“ unserer Not an, telefonierte mit unserem Hotel und nahm uns dann anstandslos mit, wobei sich herausstellte, dass die beiden Golfplätze nur ca. 6 km auseinander liegen. Nach ca. 60 km Fahrt durch menschenleeres, fruchtbares Agrarland wurden wir schon erwartet und zu unserem endgültigen Reiseziel gebracht. Man hatte uns am Flughafen schon am Vormittag erwartet, die Schuldfrage blieb ungeklärt.

Wir bezogen eine sehr großzügige, modern eingerichtete Zweizimmer-Suite mit Balkon und wunderbarem Ausblick auf das Schwarze Meer und den nahen Golfplatz.

Beim abendlichen Spaziergang stellten wir fest, dass das Ressort aus zwei kleinen, architektonisch ansprechenden Dörfern besteht, dem sehr zentralen Marina Village, in dem wir waren und etwas höher gelegenen Hillside Village.

Es stellte sich erfreulicherweise heraus, dass es von unserer Wohnung aus nur ein paar Schritte und Stufen zu den beiden Restaurants, der Rezeption und dem Clubhouse waren – und selbst hierfür wurde ein freundlicher Shuttleservice angeboten.

Unser erstes Abendessen nahmen wir malerisch über den Klippen im Restaurant Geti ein und hatten bei sehr gutem Essen und Wein einen fantastischen Panoramablick über die beiden Dörfer und das Schwarze Meer.

Die Welt war wieder in Ordnung, die Panne am Flughafen vergessen – die Voraussetzungen für einen gelungenen Urlaub waren gegeben.

Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass die Anlage 2011 am Rande des Kaliakra Nationalparks eröffnet wurde, sie wurde dezentral mit maximal dreistöckigen Gebäuden aus unterschiedlichsten Materialien über dem Meer, am Hang gebaut und vermittelt schon auf den ersten Blick einen angenehmen, großzügigen Eindruck – was sich auch während der Woche bestätigte.

Zwei Hauptrestaurants und diverse kleinere, gastronomische Angebote im Clubhouse, Starterhouse oder am Strand erfüllen alle Erwartungen und Bedürfnisse. Wir können an dieser Stelle feststellen, dass wir immer sehr gut gegessen haben zu durchaus vernünftigen Preisen. Diverse Muschelgerichte, Gänseleber und viele Fleischspezialitäten waren im Angebot, weniger Fisch, da das Schwarze Meer ziemlich überfischt zu sein scheint. Die ausgedehnte Muschelzucht konnten wir entlang der Küste verfolgen – entsprechend frisch und lecker war das Angebot.  Eine positive Überraschung waren auch die einheimischen Weine, die an Geschmack und Qualität dem südeuropäischen Angebot nicht nachstehen.

Das Ganze wird durch ein ausgedehntes Wellnessangebot abgerundet – hier werden müde und hüftlahme Golfer im Hammam, mit ausgiebigen Massagen und luxuriösen Anwendungen wieder auf Vordermann gebracht!

Am Fuße der Klippen gibt es zwei private Sandstrände, wovon allerdings in der Vorsaison nur der kleinere Argata Beach in Betrieb war. Bei kühlem Wind und Wasser testeten wir das Schwarze Meer allerdings nur bis zu den Knien. Apropos Wetter: wir hatten eine Woche lang sonniges Wetter bei durchschnittlich 23 Grad und teilweise heftigem Wind. Auf den Wind komme ich im Zusammenhang mit unseren Golfrunden noch zu sprechen!

3. Die Golfplätze

Das Glanz- und Herzstück des Resorts ist natürlich der Thracian Cliffs Golfplatz. Auf 85 Hektar hat Gary Player entlang der Klippen einen einzigartigen Golfplatz gebaut, der zu den spektakulärsten Plätzen Europas zählt.

Die ersten 9 Loch laufen direkt am Meer entlang und haben teilweise erhebliche Höhenunterschiede zu überwinden. Auf den zweiten 9 Loch geht es etwas landeinwärts zurück zum Start, wobei der Spieler von jedem Loch das Meer und die spektakuläre Steilküste sieht. Vier verschiedene Männerabschläge relativieren den Schwierigkeitsgrad für den jeweiligen Spieler, je nachdem was jeder sich selbst zutraut. Die Länge des Platzes variiert damit von 5.273 – 6.452 Meter. Die Löcher 6 und 7 bleiben in besonderer Erinnerung: Das Grün vom Loch 6 liegt 47 Meter tiefer auf einer Halbinsel und bei Loch 7 sind vom Abschlag im Meer mindestens 170 Meter im Flug bis zum Fairway zu überwinden. Dabei spielt der Wind eine bedeutende Rolle: bei Gegenwind verlängern sich die Bahnen und erhöht sich der Ballbedarf überproportional! Im Clubhouse erzählte man uns, dass der Rekord beim Ballverlust pro Runde bei 32 liegt!

Wir haben bei jeder zusätzlichen Runde das Ambiente und die z.T. wilde Natur mehr genossen – unsere Ballverluste hielten sich in Grenzen, zumindest mussten wir keine Bälle zukaufen. Vom Wind abgesehen, ist der Platz für Normalspieler von den weißen und Damentees fair und gut bespielbar.

Allerdings haben wir niemanden laufen sehen, die Entfernungen zwischen den einzelnen Löchern sind teilweise enorm – ein Buggy ist somit obligatorisch.

Im Umfeld von 10 Km gibt es weitere 2 Golfplätze, wovon wir nur den
Lighthouse Golfclub bespielten. Der flache Platz in Meeresnähe erfreut
zunächst das Auge mit einem farbenprächtigen Blumenmeer. Er erfordert mit
seinen vielen Bunkern ein aufmerksames, strategisches Spiel. Wir empfanden
diesen Golfplatz als angenehme Erholung von den sportlichen
Herausforderungen des Thracian Cliffs Golfplatzes.

Es sei lobend erwähnt, dass Teetimes und Shuttlebus zwischen der einzelnen
Golfclubs problemlos organisiert wurden und als Gesamtpacket 100.- € pro
Person und Spiel kosteten.

4. Zusammenfassende Bewertung

Wir verbrachten einen sehr angenehmen, erholsamen und trotzdem sportlich
herausfordernden Golfurlaub am Schwarzen Meer.

Das Preis-/ Leistungsverhältnis war in der Mid – Saison in Ordnung, ebenso die
Unterbringung, das Essen und der überaus freundliche Service.
Das Thracian Cliffs Golfressort ist ideal für Golffreaks, die auf dem eigenen
Meisterschaftsplatz und den beiden Nachbarplätzen voll auf ihre Kosten kommen.
Teetimes zu den gewünschten Zeiten waren kein Problem, die Plätze waren
keineswegs voll ausgebucht, nachmittags meist leer, so dass wir entspannt unsere
Runden drehen konnten.

Obwohl die Golfplätze im touristischen „Niemandsland“ liegen, benötigte man
kein eigenes Mietauto, der angebotene Shuttleservice vom und zum Flughafen
und im Ressort war völlig ausreichend.

Ein gewisser Nachteil war allerdings, dass wir von Land und Leuten wenig bis
nichts mitbekamen – wir hielten uns während des Urlaubs in den 3 Golfressorts
auf, spielten Golf oder trieben sonstigen Sport und hatten ansonsten genügend
Zeit, sich zu erholen und die Seele baumeln zu lassen.

Wir bedanken uns für die Empfehlung, gute Organisation und Betreuung und
kommen auf jeden Fall wieder.

Klaus Weidner                                                                               Mai 2018

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